Die 'GAB' macht konsequent keine konkreten Aussagen zum zukünftigen Schadstoffausstoß der neuen Müllverbrennungsanlage
Das fordern wir in einem Schreiben an GAB und Verantwortliche
1. Die GAB (Gesellschaft für Abfallwirtschaft und Abfallbehandlung mbH) soll umgehend die Frage zum zukünftigen Schadstoffausstoß beantworten!
Bürger und Politik dürfen nicht weiter im Unklaren gelassen werden.
2. Die BI-Ellerhoop
fordert eine erhebliche Verringerung des Schadstoffausstoßes gegenüber der über 50 Jahre (!) alten Alt-Anlage!
Darum geht es
Die GAB plant den Neubau einer deutlich größeren Müllverbrennungsanlage (MVA) am Standort Tornesch-Ahrenlohe als Ersatz für die über 50 Jahre alte MVA.
Man erhofft sich im Verlauf von 2025 den Abschluss des Planungs- und Genehmigungsverfahrens.
Keine Aussage zu zukünftigen Jahresschadstoffmengen (Giftmengen)
Erstmalig wurde die Frage nach den zukünftigen Giftmengen im Rahmen des sogenannten „Beirats“ am 26.11.2021 – also vor fast 4 Jahren – von der BI Ellerhoop gestellt: „Welche Schadstoffmengen – in g/kg gemessen – , gemessen auf Jahressicht, werden zukünftig ausgestoßen?“
Trotz vieler Nachfragen gibt es bis heute (August 2025) seitens der GAB zu den zukünftigen Schadstoffmengen der geplanten MVA keine Aussage! Es werden auch keine ungefähren Werte oder Bandbreiten genannt.
Warum ist das wichtig?
Schon heute gehört die Umgebung der MVA zu den deutschlandweit am höchsten mit Schadstoffen belasteten Gebieten – was auch die auf unser Betreiben vor einigen Jahren veranlassten Messungen bestätigten.
Zusätzliche Beeinträchtigungen müssen deshalb auf ein Mindestmaß reduziert werden.
Selbst bei Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte werden Mensch und Natur geschädigt.
Je weniger die gesetzlichen Grenzwerte ausgereizt werden, desto geringer ist der Schaden für Menschen und Natur! Dafür setzen wir uns zum Wohle der Bürger ein.
Die GAB hat sogar eine mögliche Erhöhung des Schadstoffausstoßes beantragt
Die GAB verweist auf die zukünftige sichere Einhaltung und Unterschreitung der gesetzlichen Schadstoff-Grenzwerte.
Es ist deswegen unverständlich, warum die GAB im behördlichen Genehmigungsantrag bei den wesentlichen Giftstoffen eine Ausschöpfung bis zur Höhe der Grenzwerte beantragt hat und nicht deutlich darunter.
Mit einer diesbezüglichen Genehmigung auf dieser Basis darf die neue MVA mehr Gift ausstoßen als heute.
Beispiel Schwermetalle
Laut GAB werden aktuell von der Alt-MVA bspw. bei den hochgiftigen Schwermetallen „Antimon, Arsen, Blei, Chrom etc.“ pro Jahr 40 kg in die Kreis Pinneberger Luft ausgestoßen – immer noch ein hoher Wert.
Zur Info: aktuelle Schadstoffwerte
Die einzelnen aktuellen Schadstoffwerte werden von der GAB wie folgt angegeben, absoluter Jahreswert in der vorletzten Spalte:
Weitere Kritikpunkte der BI am Neubauvorhaben
Größere Verbrennungsmenge
Die Mengenausweitung von 80.000 t/Jahr auf 110.000 t/Jahr ist unzeitgemäß und nicht nachvollziehbar.
Aufgrund der früh vorgetragenen Kritik der BI Ellerhoop wurde ein sogenanntes Gutachten erstellt.
Dieses schwer verständliche Auftragsgutachten von prognos bescheinigte mit blumigen Worten ohne Substanz einen Bedarf von 130.000 to/Jahr. Dem prognos-Papier glaubte aber abschließend auch die Verwaltung nicht mehr und hat zwischenzeitlich die Kapazität auf 110.000 t/Jahr reduziert.
Aber auch diese Menge deckt sich nicht mit dem Müllaufkommen im Kreis Pinneberg laut amtlicher Prognosen.
Auch der aktuell (2025) gültige, rechtsverbindliche „Abfallwirtschaftsplan Siedlungsabfälle“ des Landes Schleswig-Holstein weist ausdrücklich aus, dass die Errichtung zusätzlicher Behandlungskapazitäten nicht erforderlich ist und warnt: „Im Gegenteil besteht bei einem Zubau weiterer Kapazitäten, ohne dass bestehende Anlagen stillgelegt werden, das Risiko eines Kapazitätsüberhangs …“!
Zudem bedeutet die Vergrößerung einen um 37,5 % erhöhten CO2 Ausstoß.
Standortwahl
Die Laufzeit der neuen MVA könnte bei 40-50 Jahren liegen.
Es ist unverständlich, warum im Vorfeld keine Analyse eines optimalen Standortes stattfand.
Bezüglich der Fernwärmenutzung und zukünftig potentieller Überflutungsgefahren ist Tornesch-Ahrenlohe eine schlechte Wahl. Auch wird das Landschaftsbild in der Bilsbek-Niederung sowie das angrenzende FFH-Gebiet erheblich beeinträchtigt.
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