Argumente gegen den Ausbau

Ausführlich erläutert im Positionspapier aus März 2008

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Überkapazitäten in Deutschland Es sind bereits heute Überkapazitäten in Deutschland vorhanden bzw. in Realisierung.

Es wird der Ausbau der MVA von 80.000 auf 280.000 to/Jahr beantragt. Damit wird die Verbrennungsanlage im Gesamtausbau knapp 100% größer als es der Bedarf der Kreise Pinneberg, Steinburg und Dithmarschen erfordert. Das bedeutet unnötigen Mülltourismus und Schadstoffe. Remondis schielt bereits auf den Müll aus dem Ausland (siehe oben) …

Ab 2015 sind die Müllmengen aus Steinburg und Dithmarschen noch nicht gesichert. Das hat Rechtsanwalt Heinz beim Erörterungstermin klargestellt. Der „Behandlungsbedarf“ ist nach offizieller Darstellung (Erörterungstermin, Juli 2007) für Schleswig-Holstein ist bereits gedeckt. Damit wird der Ausbau zu einem wirtschaftlichen Abenteuer.
Mit der MVA Stellinger Moor bestehen zudem verlängerbare Entsorgungsverträge für die Müllmengen, die in Tornesch-Ahrenlohe nicht verbrannt werden können.
Vorteil der Anlage Stellinger Moor: die Abwärme kann genutzt werden.

Beim Gewerbegebiet OHA hat der Kreis Pinneberg ca. 17 MIO EURO verloren. Geld, das bspw. den Gemeinden beim Unterhalt von Schulen, Kindergärten usw. fehlt.
Wir erwarten vom Kreis sowohl in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit der Verbrennungsanlage als auch in Bezug auf die regional und bundesweit geplanten Überkapazitäten (s. MVA-Ausbau) ein verantwortliches Handeln.

Die Überkapazitäten können auf Dauer erneut zu einem wirtschaftlichen Desaster für den Kreis Pinneberg führen.

Klimakiller MVA

Keine Wärmenutzung möglich – katastrophale Klimabilanz

Die bei Erweiterung zusätzlich anfallende Abwärme kann nicht genutzt werden (keine Fernwärmeauskopplung, keine Kraft-Wärmekopplung).
Das bestätigen in Gesprächen die verantwortlichen Gesprächspartner in Verwaltung und auf Betreiberseite.
Mit alternativen Entsorgungskonzepten könnten viele zigtausend t. Kohle eingespart werden.
Die Energiebilanz von Tornesch-Ahrenlohe würde mit unter 19 % die schlechteste in Deutschland sein.

Ressourcenschonung, Energieeffizienz und CO2 Reduktion zur Vermeidung der Klimakatastrophe werden immer wichtigere Themen werden.

Durchschnittlich 30 fach höhere Giftmengen als heute zulässig

Die neue MVA wird eine Dreckschleuder (Experte Klaus Koch)

Bei einem Ausbau erlaubt der Gesetzgeber einer Anstieg der Schadsttoffe um den Faktor 20 bis 50 – die neue Anlage darf erheblich mehr Gifte ausstoßen als es die Altanlage (auf dem Papier) tut. Technisch gesehen wäre es kein Problem die Schadstoffe dratsisch zu reduzieren.

Zur Geschichte der MVA: Anfang der 90iger Jahre wurden bei Untersuchungen im Umfeld der MVA Tornesch-Ahrenlohe exorbitant hohe Dioxin- und Furanwerte (Zitat Landesnaturschutzbehörde) in der Umwelt festgestellt. Seit dieser Zeit sind zahlreiche zusätzliche umweltbelastende Betriebe in unserem Lebensraum angesiedelt worden. Wie unsere heutige Umweltsituation aussieht, weiss zur Zeit niemand genau. Seit April 2006 werden im Umfeld der MVA auf Betreiben der BI-Ellerhoop hin zwar Luftmessungen (Bergerhoff-Verfahren) durchgeführt. Dieses reicht aber bei weitem nicht aus, um die Belastungssituation richtig einzuschätzen.

Vor weiteren Ausbauplanungen fordern wir deshalb die Durchführung eines gründlichen Gutachtens, dass die Vorbelastungen gründlich analysiert. Wir fordern und erwarten dieses von allen verantwortlich Beteiligten, insbesondere vom staatlichen Bundesumweltamt in Itzehoe und dem Betreiber.

Keine rohstoffliche Verwertung

Ressourcenschonung, Energieeffizienz und CO2 Reduktion zur Vermeidung der Klimakatastrophe
werden immer wichtigere Themen werden.Bei der geplanten Erweiterung der MVA soll der Müll allerdings auf weitere 30-35 Jahre unsortiert verbrannt werden.Resultat der Verbrennung: Abgase, kontaminierte Schlacke und hochgiftige Filterstäube (insgesamt ca. 23 % vom urspr. Volumen). Recycelbare Anteile werden unwiderbringlich vernichtet.

Verantwortliche Abfallnutzung sieht anders aus.

Wahrnehmung der Gestaltungsverantwortung durch den Kreis Pinneberg

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Kreis Pinneberg als Vorbild?

Der Regionalplan (1998) weist den Bereich als „zentrale Abfallbeseitigungsanlage“, umgeben von einem „regionalen Grünzug“, einem „Gebiet mit besonderer Bedeutung für Natur und Landschaft“ sowie einem „Schwerpunktbereich für Erholung“ (Staatsforst Rantzau, Kummerfelder Gehege, Bilsbekniederung), aus.

Mittlerweile hat sich das Umfeld der MVA-Ahrenlohe noch weiter in Richtung Erholung, Naturraum und Wassergewinnung entwickelt. Hierzu gehören die Ausweisung eines Wald-FFH-Gebietes, der Ausbau des Naherholungsschwerpunktes Arboretum-Ellerhoop-Thiensen mit weit über 100 000 Besuchern pro Jahr, der Neubau des Gartenbauzentrums für Norddeutschland in Ellerhoop mit seinen vielen Außenversuchsparzellen und die Trinkwassergewinnung in Ellerhoop und in der Bilsbekniederung.

Durch den massiven Ausbau der MVA werden die im Regionalplan festgesetzten Nutzungsaspekte im Bereich der Zwischenachse (grüne Achse) ad absurdum geführt.